Ruf der Autobranche angekratzt – Laborwerte weichen von tatsächlichem Kraftstoffverbrauch ab

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Bild 1: Abgase werden auch weiterhin ein Thema bleiben.

Seit dem Abgasskandal im letzten Jahr haben sich Politik, Wirtschaft und Umweltverbände stark mit dem Thema auseinandergesetzt. Die Deutsche Umwelthilfe führte Ende vergangenen Jahres verschiedene Tests bei Gebrauchtwagen durch. Das Ergebnis war ernüchternd. Viele Fahrzeuge überschritten bei den Abgaswerten die zulässigen Grenzwerte um ein Vielfaches. Beim Opel Zafira 1.6 CDTi wurden bis zu 17-fach höhere Stickoxid Emissionen gemessen.

Opel nahm zu den Messungen in einem Schreiben Stellung und erklärte, keine Software zu verwenden, die falsche Emissionsergebnisse liefere. Auch die getesteten Gebrauchtwagen von Renault, Mercedes und BMW zeigten zu hohe Abgaswerte, teilweise mit über 50 Prozent Mehrverbrauch. Gleiche Testergebnisse lieferten auch Fiat Fahrzeuge. Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DHU, hat jetzt die Daten an das zuständige Kraftfahrt-Bundesamt übermittelt. Die Autobranche zweifelt die Testergebnisse an.

Die Abgas-Krise geht in die nächste Runde

Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie verteidigt die Branche. Gegenüber der „Die Zeit“ sagte er: „Wir betrügen nicht. Wenn Organisationen eigene Abgasmessungen an Gebrauchtwagen durchführen, unterstreichen sie damit nur die These des Generalverdachts.“ Für Wissmann sei das Vorgehen nicht seriös.

Vor Kurzem führte das ZDF im Magazin frontal21 mit dem Pemps-System eigene Messungen an denselben Gebrauchtwagen durch, die auch die DUH verwendete. Dabei stellten sie ähnliche Abweichungen fest. In den USA startete eine Klagewelle gegen Volkswagen, die den Top-Manager Müller zu Fall bringen könnte. Auch andere Entscheider, die in die Manipulation verwickelt sein sollen, wie Audichef Rupert Stadler und Volkmar Denner von Bosch, müssen sich vor Gericht verantworten. Zur gleichen Zeit beleuchten mehrere Regierungsstellen den Autohersteller Daimler. In Russland untersuchen die Behörden gerade die Abgaswerte der Dieselfahrzeuge des Konzerns. Die deutschen Politiker halten sich noch zurück. Sie verhandeln mit den Autokonzernen hinter verschlossenen Türen.

Gebrauchte Dieselfahrzeuge erwerben

Der Abgasskandal der Autokonzerne hat die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt gedrückt. Die Affäre hat in den letzten Wochen spürbar eine preisliche Verschlechterung bei gebrauchten Fahrzeugen mit Dieselmotor ausgelöst. Verbraucher, die sich für ein Dieselfahrzeug interessieren, können am Gebrauchtwagenmarkt mit einem Entgegenkommen des Preises rechnen. Da die Kraftstoffpreise derzeit niedrig sind, lohnt sich der Kauf. Autos mit Dieselantrieb gibt es gebraucht bei mobile.de.

Die Nachfrage nach älteren Dieselfahrzeugen ist nach wie vor hoch. Im Neuwagenbereich ist die Nachfrage allerdings im Vergleich zu Benzinern gesunken. Gleichzeitig steigt das Interesse an Elektroautos. Die Autobranche verlangt deshalb von der Regierung politische Unterstützung, steuerliche Anreize und Zuschüsse, wie es bereits in Frankreich und Norwegen passiert. Dort erhält jeder Kunde eine Kaufprämie. Deutsche Autohersteller bieten derzeit 29 Elektrofahrzeuge als Serienmodell an.

Bildquelle: pixabay @ Paulina101 (CCO Public Domain)

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